Sprüth Magers Berlin London

Alexandre Singh   Sprüth Magers Berlin   january 15 - march 23 2011

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Monika Sprüth und Philomene Magers freuen sich, die erste Einzelausstellung des in New York lebenden Künstlers Alexandre Singh in Berlin zeigen zu können.

Singhs Arbeiten lassen sich auf unterschiedlichste Quellen aus Literatur, Performance, Fotokonzeptualismus und objektbasierter Installationskunst zurückführen. Ist deren Ausgangspunkt meist ein ausgearbeiteter öffentlicher Vortrag, der historische Fakten mit erzählter Fiktion verbindet, so widersetzt sich seine Praxis zugleich jeglicher Zuordnung.

Die Werke Assembly Instructions, von denen zwei in der Ausstellung präsentiert werden, visualisieren die phantastisch verwobenen Geschichten des Künstlers in Form von fotokopierten Collagen, die durch gepunktete Bleistiftlinien auf der Wand zueinander in Beziehung gesetzt werden. Singhs Erzählungen, die er in Vorträgen mit Hilfe von Overheadprojektionen und Folien präsentiert, erforschen verschiedenste Disziplinen - Wissenschaft, Pseudowissenschaft, Wirtschaft, Magie, die Geschäftswelt und die Kunstgeschichte. Aus der Verbindung der einzelnen Elemente entstehen unvorhergesehene Kongruenzen und Schnittpunkte. Die Arbeit Assembly Instructions (IKEA) nimmt den Aufstieg des international erfolgreichen Einrichtungshauses als Ausgangspunkt und leitet ausgehend vom standardisierten Grundriss der Filialen eine Geschichte des menschlichen Bewusstseins ab.

Ähnlich absurd erscheint Singhs Assembly Instructions (Concerning the Apparent Asymmetry of Time: Painting), in der die Entwicklung der modernen Kunst bis heute imaginiert wird, wenn der zweite Hauptsatz der Thermodynamik genau sein Gegenteil bedeuten würde. Anstatt dass alle Dinge zur Entropie streben, fügten sie sich zu einer Ordnung. Die physische Umsetzung der Erzählungen gestaltet sich bei allen Assembly Instructions Arbeiten als Funktionsschema oder anschauliches System, das direkt auf die Wand übertragen wird.

Des Weiteren ist in der Ausstellung eine Collage, die im Auftrag des Magazins Art Review für deren jüngste Power 100 Ausgabe entstanden ist, zu sehen. Die Arbeit kombiniert diverse, scheinbar unvereinbare, Elemente. So wird die Optik eines Drucks aus dem 19. Jahrhundert zur Grundlage von Singhs Kommentar zum Entwurf einer Elite im Kunstsystem. Die Collage wurde als Titelbild des Magazins genutzt, das selbst eine solche Hierarchie konstruiert.

Im Rahmen der Ausstellung zeigt Alexandre Singh am 15. Januar die Performance The Alkahest. Diese verflechtet die faszinierende Vorstellung von einer alchemistischen Substanz, die jede andere Substanz aufzulösen vermag und selbst nicht auf natürliche Weise gewonnen werden kann, mit einer Reihe weiterer Komponenten - fliegenden Untertassen, dem Zweiten Weltkrieg, Yves Klein, Schamanismus, der Insel Manhattan und Molière.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem in New York lebenden Kurator Christopher Eamon organisiert.

Für weitere Informationen und Presseanfragen wenden Sie sich bitte an Jan Salewski (js@spruethmagers.com).

Ausstellungseröffnung: 14.01.2011, 18 - 21 Uhr
Öffnungszeiten der Galerie: Di - Sa, 11 - 18 Uhr