Sprüth Magers Berlin London

The Goldilocks Zone   Sprüth Magers Berlin   october 18 - november 22 2008

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Monika Sprüth und Philomene Magers freuen sich, zur Eröffnung der neuen Räume in Berlin die Ausstellung „The Goldilocks Zone“ von Thomas Scheibitz präsentieren zu dürfen.

Thomas Scheibitz setzt sich in seinem Werk korrespondierend mit den Bereichen Malerei und Skulptur auseinander. Ohne eine „prima maniera“ arbeitet er Momente aus der Kunstgeschichte, populäre Phänomene des Alltags und naturwissenschaftliche Erkenntnisse in einem reduzierten Index aus Grundformen der bekannten Welt - innerhalb und außerhalb der Anschauung - aus. Die abstrakte Denkform steht der intuitiven Logik und der uns bekannten Ähnlichkeiten der Formen und Dinge gegenüber.

In dieser Ausstellung widmet sich Thomas Scheibitz ausschließlich der Skulptur und deren Oberfläche. Die Konstellation von ca. 30 Skulpturen in einer feldartigen Anordnung steckt den Ausstellungsraum ab und zeigt die möglichen Bereiche zwischen der autonomen Skulptur, deren Anordnung und den Begriffen wie Maßstab und Proportion.

Die Komposition im Galerieraum verweist auf den Titel der Ausstellung. „The Goldilocks Zone“ beschreibt die habitable Zone im All. Es handelt sich um eine aktive Zone, in der jeder Planet die minimalen Vorraussetzungen für Leben auf der Oberfläche aufweist. Diese Zone kann berechnet werden und wird zugleich durch Modellversuche erforscht. Im Gegensatz zu der Begrifflichkeit aus der Naturwissenschaft verweist der Titel zugleich auf eine angelsächsische Erzählung ohne genau bekannten zeitlichen Entstehungshintergrund. Die Geschichte zeigt das Verhalten des Mädchens Goldilocks, die sich in einer gefundenen, ungewohnten Umgebung zurechtfinden muss und schließlich durch Ausprobieren Gegenstände und Bedingungen findet, die ihren Bedürfnissen exakt entsprechen.

Dieser strukturelle Ansatz bestimmt auch Scheibitz’ Strategie der Bildfindung und kann als Metapher für den künstlerischen Prozess gelesen werden. Dabei stellen die Titel nicht nur die Verbindung zu den zentralen Aspekten der Arbeit von Scheibitz her, sondern untersuchen zudem die regulierende und einordnende Dynamik zwischen Wort und Kunstwerk.

Zur Ausstellung erscheint das Künstlerbuch „The Goldilocks Zone“. Thomas Scheibitz zeigt mit schwarz-weiss Fotografien sein Atelier und die parallele Arbeitsweise im Rahmen der Malerei und Skulptur. Die Konstellationen von Malerei und Skulptur in der Fläche der Fotografie stellen einen neuen Schwerpunkt im Werk von Thomas Scheibitz dar. Das so entstehende Nebeneinander der beiden künstlerischen Medien schließt eine Hierarchie der Elemente aus und schafft so Zusammenhänge, die zugleich die Autonomie der Objekte und die Funktion in einen größeren Zusammenhang zur Disposition stellen.

„The Goldilocks Zone“ ist die zweite Einzelausstellung von Thomas Scheibitz bei Monika Sprüth und Philomene Magers. 2005 präsentierte er im deutschen Pavillon der Biennale von Venedig seinen Beitrag „Der Tisch, der Ozean und das Beispiel“. Die letzte Einzelausstellung war 2007/2008 „about 90 elements / TOD IM DSCHUNGEL“ im Irish Museum of Modern Art, Dublin, Camden Arts Center, London und im Musée d’Art Moderne, Luxemburg. Thomas Scheibitz lebt und arbeitet in Berlin.

Für weitere Informationen oder Bildmaterial wenden Sie sich bitte an Franziska von Hasselbach (fvh@spruethmagers.com).

Eröffnung: 18. Oktober 2008, 18 – 21h, Öffnungszeiten: Di – Sa, 11 – 18h